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Isar I

Resolution gegen die Laufzeitverlängerung des alten Atommeilers Isar I (Ohu bei Landshut)

Beschluß des Tittmoninger Stadtrats in seiner Sitzung vom 1. März 2011

Beschluß:

Die Stadt Tittmoning appelliert an die Bundeskanzlerin, an den Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, an die Fraktionen im Deutschen Bundestag und an den bayerischen Ministerpräsidenten, die vorgesehene Stilllegung des Atomkraftwerks Isar I im Jahr 2011 vorzunehmen und von einer Laufzeitverlängerung bis 2019 abzusehen.

Neben der Abschaltung dieses Atomkraftwerkes wird die Bundesregierung aufgefordert, dafür zu sorgen, den zweiten Reaktor Isar II auf den neuesten technischen Stand zu bringen.

Begründung:

Das Atomkraftwerk Isar I in Ohu bei Landshut ist seit 31 Jahren am Netz und gilt bauartbedingt als einer der unsichersten Atommeiler in der Bundesrepublik. Das beweist die Störanfälligkeit der älteren deutschen Atomkraftwerke, die aus diesem Grund bereits vom Netz genommen werden mussten. Ein Schutz vor Flugzeugabstürzen und Terrorangriffen ist nicht gegeben. Von einer Materialermüdung aufgrund des hohen Alters ist auszugehen.

Die Stadt Tittmoning liegt 80 km Luftlinie von Isar I entfernt und befindet sich im engeren Gefahrenbereich.

Unsere Region war nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 24. April 1986 eines der am stärksten von radioaktiven Niederschlägen betroffenen Gebiete in der Bundesrepublik. Wir sprechen also aus Erfahrung, muss doch bei uns noch heute Wildfleisch aus vielen Gebieten auf radioaktive Strahlung (Cäsium 137, Halbwertszeit 30 Jahre) hin untersucht werden. Vereinzelt kommt es heute noch vor, dass Wildfleisch wegen zu hoher radioaktiver Belastung nicht zum Verzehr freigegeben werden darf. Tschernobyl ist von Tittmoning rund 1.500 km entfernt.

Angesichts der besonderen Gefährdungssituation ist eine weitere Gefahrzeitverlängerung und damit Erhöhung des Gefährdungspotenzials des Atomkraftwerkes Isar I nicht zu verantworten.

Sollte es zu einem Gau im Atomkraftwerk Isar I kommen, so ist davon auszugehen, dass unsere Region so stark belastet wird, dass sie für sehr lange Zeit unbewohnbar wird.

Wir fürchten um die Gesundheit unserer Kinder und Kindeskinder und appellieren deshalb eindringlich, diese Bedrohung so früh wie möglich zu beenden.



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