(Manfred Willert, 20. September 2011)
Lebhafte Diskussion um Baumfällungen im Ponlach
Baumeister- und Zimmerarbeiten zur Sanierung des Pedrohauses vergeben
Tittmoning. Der Tittmoninger Bau- und Umweltausschuss billigte in seiner Septembersitzung unter der Leitung von 2. Bürgermeisterin Maria Kellner nach lebhaften Diskussionen um die Notwendigkeit dieser Maßnahmen sowohl das Fällen einiger Eichen und Buchen im Nahbereich eines Anwesens im Ponlach als auch das Entfernen von zwei Eschen und einer Buche an der Burg. Im letzteren Fall wurde ein Antrag von Ausschussmitglied Lex mit 2 : 7 Stimmen abgelehnt, den Tagesordnungspunkt vorläufig abzusetzen und vor der Aktion noch einmal Rücksprache mit dem zuständigen Förster zu halten, bzw. einen Baumgutachter einzuschalten.
Zum ersten der beiden Tagesordnungspunkte, der Fällung von vier großstämmigen Eichen und zwei mittel- bis großstämmigen Buchen nahe dem Anwesen Ponlach 24, erläuterte 2. Bürgermeisterin Maria Kellner, im Verlauf von Stürmen brächen immer wieder Äste der genannten Bäume ab und gefährdeten dadurch das benachbarte Haus. Als Folge des letzten Unwetters sei eine außerordentliche Besichtigung mit dem Förster vorgenommen worden, der sich aus sicherheitstechnischen Gründen für die dringliche Entfernung der Bäume ausgesprochen habe. Eine Ersatzpflanzung sei wegen des bereits vorhandenen Aufwuchses nicht erforderlich. Ausschussmitglied Lex konnte in der sich anschließenden Diskussion zwar keine ernsthaften Schäden erkennen, teilte jedoch mit, er werde den Beschlussvorschlag wegen der Sicherheitsfragen mittragen. Demgegenüber meinte Ausschussmitglied Bratzdrum, er kenne die Situation und wisse, dass sich das Problem in der jüngeren Vergangenheit verschärft habe. Es fielen immer wieder Äste herab, weswegen die Problembäume entfernt werden müssten. Allerdings plädierte er dafür, die Hangkante, die seiner Meinung bereits abgerissen sei, im Auge zu behalten. Es sei schon Aufwuchs vorhanden, aber man müsse darauf achten, dass die verbleibenden Wurzelstämme und der Aufwuchs die Kante sicherten. Schließlich wurde der Fällungsbeschluss mit 9 : 0 Stimmen gefasst.
Gefährungspotenzial durch Ponlachbäume?
Weniger einmütig wurde dann das in einem weiteren Punkt vorgesehene Entfernen von zwei Eschen und einer Buche im Bereich der Burg und der Burgbrücke kommentiert. Auch hier habe – so Maria Kellner – sich der Förster aus sicherheits- und haftungsrechtlichen Gründen für die Fällung ausgesprochen, weil die Bäume von oben her abstürben und herabfallende Äste Benutzer der Wanderwege gefährden könnten. Dazu erklärte Ausschussmitglied Lex, diese Gefährdung sei nicht so eklatant wie in dem anderen Fall. Er habe mit dem Förster gesprochen, der durchaus der Meinung sei, dass man einen Baumgutachter heranziehen könne, um eine Alternative zu finden. Daher schlug er vor, den Tagesordnungspunkt abzusetzen und vor dem Vollzug noch einmal ein Gespräch mit dem Förster zu führen. Diese Aussage führte zum einen zu Verwirrung der Ausschlussmitglieder, da der Förster nach deren Meinung sich keineswegs zu einer Alternative geäußert habe und die Fällung gegenüber der Verwaltung aus den genannten Gründen für dringend erforderlich gehalten habe. Zum anderen wehrten sich die Ausschussmitglieder Huber und Niedermaier dagegen, weitere Kosten zu verursachen. Ausschussmitglied Huber konstatierte, man könne nicht vor jeder Baumfällung ein Gutachten erstellen lassen und Ausschussmitglied Niedermaier betonte, bevor man ein Gutachten bestelle, müsse man die Kosten dafür kennen. Zudem hätten Bäume ein begrenztes Lebensalter und müssten entfernt werden, wenn sie abstürben.
Sicherheitsbedenken setzen sich durch
Ausschussmitglied Bratzdrum ergänzte, seiner Auffassung nach benötige man kein zusätzliches Gutachten, weil ein Fachgremium die Notwendigkeit der Entfernung bereits festgestellt habe und man aus Haftungsgründen an die dringliche Empfehlung gebunden sei. Robert Lex bezog sich weiterhin auf das noch zu führende Gespräch mit dem Förster sowie die Möglichkeit der Baumpflege und wandte sich gegen den im Tagesordnungspunkt verwendeten Begriff „Ponlachwald“, denn das Ponlach sei lange Zeit als Park bezeichnet worden und zwischenzeitlich aus Kostengründen in einen Wald umgewandelt worden. Man müsse jedoch den Naturschutzaspekt und die artenschutzrechtlichen Bestimmungen beachten. Demgegenüber erklärte jedoch Oliver Maier vom Bauamt, die Bezeichnung Ponlachpark sei im Volksmund entstanden, während in offiziellen Dokumenten immer die Bezeichnung „Wald“ verwendet worden wäre. Ausschussmitglied Erler bezweifelte im Unterschied zum ersten Fall zusätzlich, dass sich ausgerechnet während eines Sturms Wanderer im Ponlach aufhielten und damit gefährdet würden. Schließlich setzte sich trotz der Verwunderung über die dem Anschein nach widersprüchlichen Äußerungen des Försters die Sicherheits- und Kostenaspekte durch, man lehnte den Antrag auf ein Moratorium mit 2 : 7 Stimmen ab und beschloss mit umgekehrter Mehrheit die Entfernung der Bäume. Darüber hinaus wolle man trotzdem zur Klärung der Situation noch einmal ein Gespräch mit dem Förster führen.
Aufträge vergeben
In einem weiteren Tagesordnungspunkt wurden die Baumeisterarbeiten zur Sanierung und zum Ausbau des Pedrohauses an den günstigsten Bieter, die Firma Brandl in Asten, zum Preis von ca. 62.000 € sowie die Zimmer- und Dachdeckungsarbeiten an den günstigsten Bieter, die Kirchleitner GmbH & Co. KG in Tyrlaching, zum Preis von ca. 67.000 € vergeben. Zudem legte man fest, die Ortsstraße „Ledermannwiesen“ auf der gesamten Breite einlagig mit einer Tragdeckschicht von 12 cm Stärke auszubauen. Die Kosten werden auf ca. 280.000 € geschätzt, wobei der Kostenanteil des Kanalbaus ca. 52.000 € betrage. Schließlich wurden folgende Bürgeranträge gebilligt: Christian Huber, Vorbescheid zur Errichtung eines Wohnhauses mit Garage als Ersatzbau für ein bestehendes Gebäude in Hörzing; Jürgen Kramhöller, Errichtung eines Wohnhauses mit Doppelgarage in Asten und Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans hinsichtlich der Baugrenzen, Wandhöhe, Firstrichtung und Dachüberstände; Christian Obermeier, Errichtung einer landwirtschaftlichen Eigenbedarfstankstelle in Langwied und Hans Marcus Vacano, Erteilung einer Erlaubnis nach Art. 6 Denkmalschutzgesetz zur Errichtung einer glasgedeckten Pergola am Anwesen Stadtplatz 9a in Tittmoning. Im Punkt „Verschiedenes“ bat Ausschussmitglied Ganisl um Informationen zu den Kosten der Sanierung des Pedrohauses und der Schulsanierung in der nächsten Stadtratssitzung. Ausschussmitglied Lex monierte, dass die im Zuge der Arbeiten zur Errichtung eines privaten Wasserkraftwerks gegenüber dem Anwesen Ponlach 2 entfernten Bäume noch nicht nachgepflanzt worden seien.
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